Letzten Donnerstag war es endlich soweit: nach monatelanger Vorbereitung fand die Eröffnung der Ausstellung ,,Bilder im Kopf'' im Neuen Rathaus in Hannover statt. Schon früh füllte sich der Bürgersaal mit zahlreichen BesucherInnen. Kurz vor 11 Uhr waren bereits alle Sitzplätze vergeben und die rund 200 Besucher warteten gespannt auf den Beginn der Veranstaltung. Nachdem auch der senegalesische Botschafter trotz schlechter Wetterbedingungen aus Berlin eingetroffen war, konnte es mit ein wenig Verspätung losgehen.


Nach einem Grußwort durch den Vorsitzenden des Freundeskreises Tambacounda e.V., Abdou Karim Sané, eröffnete die Bürgermeisterin Frau Ingrid Lange die Ausstellung mit einer bewegenden Rede, die bei allen Zuhörern und Zuhörerinnen auf positive Resonanz traf. Sie dankte Herrn Sané und dem Freundeskreis dafür, dass Sie es geschafft hätten, ihre Bilder im Kopf zu verändern und darüber hinaus betonte sie, wie wichtig die Arbeit des Freundeskreises Tambacounda für die Stadt Hannover sei. Als nächstes trat der senegalesische Botschafter S.E. Henri Turpin an das Rednerpult. Es sei seine erste Reise innerhalb Deutschlands, seitdem er in Berlin als Botschafter tätig sei und er sei dankbar, heute bei der Eröffnung dabei sein zu können. Anschließend sprach die Beauftragte des evangelischen Entwicklungsdienstes, Frau Cornelia Johnsdorf. Sie betonte, dass es wichtig sei, Bilder im Kopf zu entwickeln. Dass er aber gleichzeitig entscheidend sei, keine falschen Bilder entstehen zu lassen und die eigenen Vorstellungen immer wieder mit der Realität abzugleichen und sie zu hinterfragen. Als letzte Rednerin folgte Frau Prof. Dr. Marianne Bechhaus-Gerst von der Universität Köln. Die dem Insitut für Afrikanistik angehörige Professorin ging in ihrer Ansprache darauf ein, was es bedeutet, von Vorurteilen betroffen zu sein, ganz gleich welche Hautfarbe man habe. Sie schuf mit ihrer Rede einen guten Einstieg in die Thematik der Ausstellung. Die Bilder, die einem jeden Tag vermittelt werden, sei es durch Zeitschriften, auf der Straße oder, wie so oft, durch das Fernsehen, würden häufig ein falsches Bild entstehen lassen. Begrifflichkeiten würden ohne zu Überlegen in den Wortschatz übernommen und auf diese Weise würde rassistisches Gedankengut weiter verbreitet werden. Sie betonte die Notwendigkeit von Projekten wie die Ausstellung ,,Bilder im Kopf''. Mit ihren Worten traf Frau Bechhaus-Gerst genau das Anliegen des Freundeskreises Tambacounda: Vorurteile abbauen und aufmerksam machen auf die noch tagtäglich stattfindende Diskriminierung. Nach anhaltendem Applaus für die Redner, folgte eine Aufführung der IGS Vahrenheide, die im Rahmen eines Workshops eine musikalisch unterlegte Theaterinszenierung erarbeitet hatten. Ihr Auftritt rundete die Eröffnung bestens ab und nach einer kurzen Pause konnte es dann offiziell losgehen. Die Ausstellung hatte begonnen. Viele der ersten BesucherInnen äußerten sich positiv. Besonders überrascht seien viele über die große Vielfalt an Ausstellungsstücken gewesen. Am Wochenende wurde die Ausstellung von vielen Familien besucht. Besonders Kinder werden durch die interaktive Gestaltung angesprochen.
Noch bis zum 28.01.2011 werden verschiedene Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung stattfinden. Der Freundeskreis Tambacounda freut sich, auf so großes Interesse zu stoßen und bedankt sich bei allen, die am Donnerstag dabei gewesen sind. Heute Abend wird Dr. Jacob Mabe von der TU Berlin um 17 Uhr im Mosaiksaal des Neuen Rathauses einen Vortrag zum Thema ,, Was können wir von Afrika lernen?'' halten. Wir hoffen, viele von Euch dort begrüßen zu können.
Einen Bericht über die Ausstellung, erschienen im Hannoverschen Wochenblatt vom 12.01.2011 findet ihr hier .
Unter folgendem Link findet Ihr eine Radiosendung des Radiosender leinehertz, in der über die Eröffnung der Ausstellung berichtet wird:
http://www.polskadomena.de/Radiopodcast-Polenflug09/pdcst_agnieszka.html#podcast