Die interdisziplinäre Projektinitiative Habitat Tambacounda dient dazu, langfristige Ziele zu formulieren und umzusetzen. Vorrangiges und übergeordnetes Ziel der Projektinitiative ist es, für den ärmsten Stadtteil Dépôt realistische Maßnahmen im Sinne einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung vorzuschlagen und Strategien für eine Umsetzung zu erarbeiten, die langfristig auch für andere Bereiche und Regionen beispielhaft sein könnte.
Zum einen sollen durch den Rückgriff auf traditionelle, örtliche Bauweisen und Materialien Chancen und Möglichkeiten für die Partizipation der Bevölkerung, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Stärkung der kulturellen Identität eröffnet werden. Zum anderen - und damit zusammenhängend - gilt es, ökonomische und ökologische, soziale wie technische Aspekte im Sinne der Forderungen der AGENDA 21 im Zusammenhang zu sehen und in eine Gesamtplanung zu integrieren.
Der Verein "Freundeskreis Tambacounda e.V." bemüht sich um eine Förderung durch die EU, das Umweltprogramm der Vereinten Nationen oder das Bundesministerium für Zusammenarbeit und Entwicklung. Fachlicher Rat und Spenden sind aber auch herzlich willkommen. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist aber, dass die Bewohner von Tambacounda sich selber am Projekt beteiligen (finanziell oder noch besser durch eine Mitarbeit). Die Sanierung darf nicht als Geschenk aufgefasst werden.
Im Kapitel 7 der AGENDA 21 ist die Rede von "Förderung einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung" und "Schaffung angemesser Unterkunft für alle". Der Verein "Freundeskreis Tambacounda e.V." bemüht sich seit seiner Gründung im Jahr 1992 um eine Verwirklichung des oben genannten Kapitels, zunächst für den Stadtteil Dépôt in der Stadt Tambacounda, die regelmäßig alle zwei Jahre von einer Überschwemmung heimbesucht wird, aber später auch für andere Städte und Regionen. Die Überschwemmung wird zum Teil durch das Benutzen des Mamacounda-Flußbetts als Mülldeponie verursacht (in Tambacounda gibt es keine funktionierende Müllabfuhr und Kanalisation).
Ziel des Projektes "Habitat Tambacounda" ist es, durch das Rotationsprinzip eine Sanierung der zum Teil unbewohnbaren Häuser zu ermöglichen. Das Rotationsprinzip funktioniert folgendermaßen:
Die betroffenen Familien aus dem Stadtteil Dépôt haben auf freiwilliger Basis die Möglichkeit, in den neuen Stadtteil "Habitat Tambacounda" umzuziehen. Dadurch wird es möglich die von Überschwemmung zerstörten Häusern zu sanieren. Nach der Sanierung können die Familien in ihre alte Umgebung im Quartier Dépôt zurückkehren, oder sie können auch in der neuen Umgebung bleiben.
Mit dem Projekt soll erreicht werden, dass
- das Bewusstsein für die Nutzungsmöglichkeiten der Solartechnologie wesentlich verbessert wird,
- Schulungs- und Ausbildungsmöglichkeiten in diesem Bereich angeboten werden können, um auf verschiedenen Ebenen Qualifikationen zu erreichen und insbesondere auch Mädchen und Frauen an diese Technik heranzuführen,
- die Hygienebedingungen durch die Einführung eines Trockentoilettensystems verbessert werden,
- Fachleute vor Ort in die Planung, den Bau und die Nutzung einbezogen werden.
Für die Durchführung des Projektes wurde einen Zeitraum von 10 Jahren festgelegt.
Mit dem Solar- und Hygienezentrum konnte ein erstes Musterhaus errichtet werden.



