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Trockentoiletten und naturnahe Abwasserreinigung

Zur Zeit sieht die Toilettensituation in Tambacounda so aus , dass die Toilettenräume Imagedirekt über einer Senkgrube stehen, die so lange genutzt wird, bis sie voll ist.

Die menschlichen Fäkalien gefährden das Grundwasser, das nur einige Meter entfernt einige Meter tiefer aus dem Brunnen geschöpft wird. Diese schlechte hygienische Situation verursacht viele Infektionskrankheiten, einer der Gründe für die hohe Säuglings- und Kindersterblichkeit.

Eine Kanalisation wie in den Industrieländern ist nicht nur aus finanziellen Gründen nicht ausführbar. Acht Monate im Jahr fehlt darüber hinaus das Wasser für die Schwemmkanalisation und vier Monate - in der Regenzeit - können die Fäkalien nicht abgeführt werden.

Daher hat sich der Freundeskreis Tambacounda e.V. im Solar- und Hygienezentrum für den Bau einer Trockentoilette entschieden. Trockentoiletten sind technisch unkompliziert, kostengünstig und der sicherste und schnellste Weg der Desinfektion von Fäkalien.

Die Kinderärztin Dr. Chiara Morano und der Architekt Christian Simon haben dieses System entwickelt, das Krankheitserreger in den Fäkalien auf einfache Weise schnellstmöglich abtötet und dadurch eine ökologische Hygiene sicherstellt.

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Die obere Skizze veranschaulicht die Grundprinzipien dieses Systems. Die Fäkalien werden in einem luftumströmten Korb aufgefangen. In nebenstehend dargestellter Variante wird der Urin direkt mit dem Wasch- und Küchenwasser einem Entwässerungsgraben im Straßenraum zugeführt und im Wurzelraum gereinigt.

Danach kann das Wasser unbedenklich zur Bewässerung verwendet werden. Die Gräben sind so bemessen, dass sie in der Regenzeit auch das Regenwasser abführen können.

Im Solar- und Hygienezentrum erfüllt diese Vorrichtung gleich mehrere Zwecke:   

  • Das Abwasser versorgt die im Klärbeet wachsenden Pflanzen;
  • Die Pflanzen reinigen nicht nur das Wasser, sondern sie beschatten die  Fassaden der Häuser und halten sie somit kühl;
  • Die getrockneten Fäkalien dienen als Dünger;
  • Es ist eine funktionierende Toilette vorhanden;
  • Die Endprodukte sind so verwertet, dass sie keine gesundheitliche Gefahr darstellen; 
  • Die Trockentoilette dient als Modell und soll zur Nachahmung anregen, was ohne Probleme möglich ist, da alle benötigten Materialien vor Ort vorhanden sind